Wind + Wetter

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Wie in ganz Mitteleropa wird auch das Wetter und Klima am Ammersee von der Westwinddrift beeinflusst. Zusätzlich zu diesem generellen Klimaeinfluß kommt im Voralpenraum in einer Lage nur 50 km nördlich der Alpen noch deren Einfluss als lokaler, klima- und wetterbestimmender Faktor hinzu. In diesen beiden Einflussfeldern wird das lokale Wetter von zwei sommerlichen Grosswetterlagen, der Westwindlage sowie der Ostwindlage sowie zweier lokaler Wettergeschehnisse Föhn und Thermik bestimmt.

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Westwindlage

Die in ganz Deutschland wohl bekannte Wetterlage bei der die Frontalzonen von Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik, England oder der Nordsee in relativ rascher Folge auf das europäische Festland gedrückt werden. Da vor allem Warmfronten über dem Festland stark verlangsamt werden, und die Alpen ein beinahe unüberwindliches Hindernis darstellen erreichen uns in Süddeutschland im Sommer nur selten "scharfe" Frontverläufe mit hohen Temperaturunterschieden und der damit verbundenen Gefahr von Frontalgewittern oder Stürmen. Westwindlagen erreichen in der Sommersaison nur selten mehr als 5 Windstärken, können aber (gerade auch im Stauraum der Alpen) mit ergiebigen und andauernden Regenfällen verbunden sein. Eine "Rettung" vor diesen Regentagen stellt am Ammersee nicht selten der Föhn dar.

Ostwindlage

Sind jene oft sehr stabilen Wetterlagen bei denen uns ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet über Russland im Winter eiskalte und im Sommer angenehm warme und trockene Luftmassen nach Süddeutschland führt. Der typische Wetterverlauf einer beginnenden sommerlichen Ostwindlage stellt sich am Ammersee mit innerhalb von 2-3 Tagen auf bis zu 5 Windstärken anschwellendem Nordostwind (der am frühen Nachmittag sein Tagesmaximum erreicht) dar. Der Himmel ist dabei fast wolkenfrei und trotz kräftigen Windes herrscht angenehme Wärme. Nach bis zu 2 Tagen gleich bleibender Stärke flaut der Nordost innerhalb von 2-5 Tagen langsam ab. Ostwetterlagen gehen nicht selten in sommerliche Schwachwindtage mit erheblicher Wärmegewittergefahr über.

Föhn

ist oft die "Rettung" der Ammerseer vor Regenwetter im Rest Süddeutschlands. Drücken von Süden feuchtwarme Luftmassen, meist in Folge eines Tiefs über Südfrankreich oder Mittelitalien gegen die Alpen, so verlieren diese Luftmassen beim "Aufstieg" an den Alpen einen Großteil ihrer Feuchtigkeit als Regen. (In der Wetterkarte sieht man Regen in Meran bei frischen Temperaturen.) Ist der Druck im Stau der Alpen von Süden so groß dass diese Luftmassen nach Norden "überschwappen", so "fallen" sie auf unserer Seite der Alpen zu Tal und erwärmen sich dabei um ca. 1ºC / 100 Meter "Abstieg". Eisnebel an den Kämmen der Hochalpen erwärmt sich also bis ins oberbayrische Alpenvorland um rud 18-20ºC. Diese trockenen Luftmassen vermögen nicht selten atlantisch feuchte Luft auf der Nordseite der Alpen zu verdrängen und bescheren uns Sonnenschein und Segelwind bei angenehmen Temperaturen.


Trifft Föhn jedoch auf der Alpennordseite auf "günstige Abflußbedingungen", so kann er sich beim "Föhndurchbruch" binnen kürzester Zeit zum Sturm mit bis zu 10 Windstärken am Ammersee ausweiten. Er kündigt sich dabei (fast) nicht durch Wolken oder andere sichere Anzeichen an. Föhnsturmgefahr besteht in erster Linie an sonnigen Sommertagen mit leichten süd- bis südwestlichen Winden, an denen die Fernsicht auf die Alpen auffallend gut ist oder wird. Bilden sich über den Alpengipfeln dann weiße Wolkenhäubchen oder sieht man rechtwinklig "gebrochene" Schleierwolken in großer Höhe, so ist eine sorgfältige Beobachtung der anderen Segler und des Wassers im Süden des Sees ratsam. Wirkt der See im Süden plötzlich weiß und trübe, so bleibt zum (starken) Reffen bzw. zeitweiligen Bergen der Segel oft weniger als eine Minute Zeit.

Unsere Crew am Bootssteg wird Sie bei gegebener Föhnsturmgefahr auf diese Wetterlage hinweisen, ggf. auch die Segel vorreffen.

Wärmegewitter

Wärmegewitter sind häufige sommerliche Wetterstörungen mit Sturmstärke. Aufgrund sicherer, in aller Regel leicht zu erkennender Vorzeichen müssten Wärmegewitter eigentlich keine Gefahr für Wassersportler darstellen. Wärmegewitter benötigen zu ihrer Entstehung feuchtwarme Luftmassen, sie treten daher fast ausschließlich an schwülen, windarmen Sommertagen auf.


Aus anfänglich harmlosen, weißen Haufenwolken entwickeln sich oft rasch die sehr hoch reichenden Ambosswolken mit dunkler Unterseite. Da die Luft im Gewitter mit großer Geschwindigkeit aufsteigt, weht der Umgebungswind von allen Seiten auf das Gewitter zu. Nichts ist also falscher als sich angesichts des Windes in Sicherheit zu wägen in der Meinung "der Bläst die Wolke ja weg". Im Gegenteil: Je stärker der Wind auf das Gewitter zuweht, desto rascher zieht das Gewitter in Richtung des Beobachters. Da im Zentrum des Gewitters kalte Luftmassen aus großer Höhe, gleich Fallwinden zu Boden stürzen und für die Orkanböen an den Rändern von Gewitterzellen verantwortlich sind, gibt es an der Grenze Saugwind, Abwind und eine Zone der Windstille.

Spätestens also wenn der warme,
auf das Gewitter zuwehende Wind nachlässt,
also in der FLAUTE, müssen die Segel
gerefft, bzw. geborgen werden.

Die Gefahr von Blitzschlägen bei Gewittern ist auf dem See "erstaunlicherweise" relativ gering, da Sommergewitter die relativ kühlen Wasserflächen nur selten direkt überqueren (tun sie es doch so sind es meist besonders heftige Gewitter und ein vollständiges Bergen aller Segel ist ratsam). Darüber hinaus bildet der Verbund aus Mast, Wanten und Stagen innerhalb des Bootsrumpfes einen Faradayschen Käfig. Ein Hinausragen über den Rumpf, oder gar Baden ist bei Gewittern lebensgefährlich.

Sturmwarndienstnach oben

Sturmwarnung und Wettervorhersage


Neben den Ansagediensten im Rundfunk, Fernsehwetterberichten und den Wetterressourcen im Internet ist am Ammersee ein Sturmwarndienst installiert. Rund um den See und von überall einsehbar stehen orange leuchtende Blitzlichter.
Diese werden vom Wetterdienst geschaltet und warnen in zwei Stufen vor Starkwind und dramatischer Wetterverschlechterung:
  • 45 Blitze pro Minute: STURMVORWARNUNG
  • 90 Blitze pro Minute: AKUTE STURMWARNUNG

Wie alle anderen Wetterdienste auch sind diese Informationen keine Garantie. So können stärkste Stürme nicht vom Sturmwarndienst angezeigt sein, weil sie für die verantwortlichen, zentralen Stellen zu lokal am Ammersee "passieren". Umgekehrt kann einen ganzen schön wettern Tag lang die Sturmwarnung aktiviert sein.

Die eigene Beobachtung, gerade im Hinblick auf Gewitter und Fön kann vom Sturmwarndienst also keinesfalls ersetzt werden.

Sowohl telefonisch, also aktuell vom Bootssteg aus wie auch auf Nachfrage am Beginn des Segeltages geben wir gerne Auskunft über unsere persönliche "Wettervorhersage" bzw. das aktuelle Ammerseewetter.

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Wetterresourcen im Internet
WetterOnline Ausführliche Wetterberichte, detailliert Auch für Experten
Deutschlandwetter Wie in der Tagesschau Sehr allgemein
Donnerwetter Das Wetter um Augsburg 3-Tages Prognose